Flüssigkeitsmanagement beim Kurzdarmsyndrom

„Ich trinke doch genug –
warum bin ich trotzdem oft dehydriert?“


Die passende Trink- und Ernährungstherapie hängt stark von der verbliebenen Darmlänge, der Anatomie, einem vorhandenen Dickdarm, dem Stoma-Output, den Nierenwerten und der medikamentösen Behandlung ab. Änderungen sollten daher mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden. Daher ersetzt diese Information keine individuelle ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Die Grafik links zeigt grundsätzlich, warum beim Kurzdarm-syndrom Flüssigkeit verloren geht.

Vor allem Menschen mit Jejunostoma oder sehr kurzem Dünndarm können große Mengen Wasser trinken – und verlieren dieses Wasser kurze Zeit später wieder über das Stoma.


Der Grund liegt in der Osmose. Wasser wird im Darm nicht einfach „aufgesaugt“. Es benötigt Natrium und Glukose als Transportpartner.

Getränke mit sehr wenig Natrium oder sehr viel Zucker können bei hohem Output ungünstig sein. Dazu können – je nach Menge und individueller Verträglichkeit – Wasser, Tee, Kaffee, Cola, Fruchtsäfte und alkoholische Getränke zählen. Stark zuckerhaltige Flüssigkeiten können zusätzlich Wasser in den Darm ziehen.

 

 

Das bedeutet nicht, dass jede betroffene Person sämtliche genannten Getränke vollständig meiden muss. Entscheidend sind unter anderem die Osmolalität und die ärztlich festgelegte Trinkstrategie.


Nach diesem Prinzip funktioniert auch die MyFDI Trinkflasche der Chronischen Experten.

 

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn erste Warnzeichen einer Dehydrierung auftreten. Welche diese sind zeigt die Grafik links.

 

Praktische Tipps für den Alltag

  • Trinken Sie nicht einfach mehr, sondern nach einer individuell abgestimmten Strategie.
  • Verteilen Sie geeignete Getränke in kleinen Portionen über den Tag.
  • Nutzen Sie eine verordnete orale Rehydratationslösung (isotonische Getränke) nach Anleitung.
  • Dokumentieren Sie Trinkmenge, Urinmenge, Stoma-Output und Körpergewicht.
  • Achten Sie auf Veränderungen von Durst, Urinfarbe, Kreislauf und Leistungsfähigkeit.
  • Essen Sie mehrere kleine, energie- und eiweißreiche Mahlzeiten.
  • Nehmen Sie Medikamente genau nach ärztlicher Empfehlung und zum vorgesehenen Zeitpunkt ein.
  • Lassen Sie Laborwerte und Ernährungsstatus regelmäßig kontrollieren.

Weitere Informationen zum Thema „Flüssigkeits- und Energiemanagement beim Kurzdarmsyndrom – 
Warum Trinken allein oft nicht genügt – und wie Ihr Körper trotzdem Energie gewinnen kann“ finden Sie im nachstehenden
Artikel zum Download.

Siehe auch: Doz. Dr. Stephanie Dabsch: Flüssigkeitsmanagement bei KDS